Pipettenspitzen richtig wählen: Volumen, Passform und Qualität
- 4 min Lesezeit
Die passende Pipettenspitze wählen Sie nach vier Kriterien: dem Volumenbereich Ihrer Pipette, der Passform zum Pipettenmodell, der benötigten Reinheit (unsteril, steril oder mit Filter) und der Verpackungsform, also lose, im Rack oder als Nachfüllsystem. Stimmen diese Punkte, arbeiten Pipette und Spitze als System zuverlässig zusammen und Sie vermeiden Fehlkäufe.
Der Volumenbereich bestimmt die Spitzengröße
Pipettenspitzen sind jeweils für einen bestimmten Volumenbereich ausgelegt. Maßgeblich ist der Bereich Ihrer Pipette: Eine Spitze, die deutlich größer oder kleiner ist als nötig, verschlechtert die Genauigkeit und die Wiederholbarkeit. Viele Hersteller kennzeichnen die Größen zusätzlich über die Farbe der Spitze oder des Racks. Diese Farbcodes sind verbreitet, aber nicht einheitlich geregelt.
| Volumenbereich der Pipette | Typische Spitzengröße | Häufige Farbkennzeichnung |
|---|---|---|
| 0,1–10 µl | 10 µl, auch als verlängerte Variante | meist farblos |
| 2–200 µl | 200 µl | häufig gelb |
| 100–1.000 µl | 1.000 µl | häufig blau |
| 0,5–5 ml | 5 ml | meist farblos |
| 1–10 ml | 10 ml | meist farblos |
Daneben gibt es Zwischengrößen wie 20 µl, 300 µl oder 1.250 µl, die auf bestimmte Pipettenmodelle oder Mehrkanalpipetten abgestimmt sind. Prüfen Sie daher immer, welche Spitzengröße der Pipettenhersteller für Ihr Modell angibt.
Passform und Kompatibilität mit der Pipette
Nicht jede Spitze passt auf jede Pipette. Der Konus der Pipette und die Aufnahme der Spitze müssen zusammenpassen, damit die Spitze dicht sitzt, sich mit normaler Kraft aufstecken lässt und sauber abgeworfen wird. Sitzt eine Spitze zu locker, kann Luft eindringen. Sitzt sie zu fest, steigen die Kräfte beim Aufstecken und Abwerfen.
- Herstellerspezifische Spitzen sind auf die Pipetten eines Herstellers abgestimmt.
- Universalspitzen passen laut Anbieter auf die Pipetten mehrerer Marken. Die jeweilige Kompatibilitätsliste gibt Auskunft, welche Modelle abgedeckt sind.
- Mehrkanalpipetten erfordern Spitzen, die auf allen Kanälen gleichmäßig sitzen.
Die Norm ISO 8655 beschreibt Anforderungen und Prüfverfahren für Kolbenhubpipetten. Die Genauigkeitsangaben eines Pipettenherstellers beziehen sich in der Regel auf die Pipette in Kombination mit bestimmten Spitzen. Pipetten und Zubehör finden Sie in der Kategorie Pipetten und Pipettenspitzen.
Steril, unsteril oder mit Filter?
Für viele Routinearbeiten genügen unsterile Spitzen. Sterile Spitzen werden nach der Herstellung sterilisiert und sind entsprechend gekennzeichnet. Filterspitzen enthalten eine Barriere, die das Eindringen von Aerosolen und Flüssigkeit in den Pipettenschaft verringert und so Pipette und Proben vor Verschleppung schützt. Welche Ausführung Ihr Labor benötigt, legen Ihre internen Arbeitsanweisungen fest.
Für empfindliche Anwendungen bieten Hersteller Spitzen mit dokumentierter Reinheit an, etwa frei von DNase, RNase, humaner DNA oder Pyrogenen. Achten Sie dabei auf chargenbezogene Zertifikate. Weitere Ausführungen sind:
- Low-Retention-Spitzen mit besonders glatter Innenfläche, an der weniger Flüssigkeit haften bleibt, etwa bei viskosen oder detergenzhaltigen Lösungen
- Verlängerte Spitzen für tiefe oder schmale Gefäße
- Graduierte Spitzen mit Volumenmarkierung zur optischen Kontrolle
- Spitzen aus reinem Polypropylen ohne Farbstoffe oder Zusätze, wenn Wechselwirkungen mit Proben ausgeschlossen werden sollen
Verpackungsformen: lose, im Rack oder als Nachfüllsystem
Die Verpackungsform beeinflusst Arbeitsablauf, Lagerplatz und Abfallmenge. Lose Spitzen im Beutel sind platzsparend, müssen aber vor der Nutzung in Racks einsortiert werden. Spitzen im Rack sind sofort einsatzbereit und bei sterilen Ausführungen die übliche Form. Nachfüllsysteme kombinieren beides: Ein stabiles Rack wird mit Einsätzen neu bestückt, was Verpackungsmaterial spart. Angaben zur Autoklavierbarkeit von Racks entnehmen Sie den Herstellerinformationen.
Passend zur Pipettierarbeit benötigen Labore weiteres Verbrauchsmaterial wie Reagenzgläser und Reagenzglasständer. Für den Schutz beim Arbeiten hilft unser Beitrag zum Vergleich medizinischer Handschuhe.
Checkliste für den Einkauf von Pipettenspitzen
- Volumenbereich und Modellbezeichnung aller Pipetten im Labor erfassen
- Kompatibilität prüfen: herstellerspezifische Spitzen oder Universalspitzen mit passender Kompatibilitätsliste
- Ausführung festlegen: unsteril, steril, mit Filter, Low Retention, verlängert
- Reinheitsangaben und Chargenzertifikate prüfen, falls Ihre Anwendungen das erfordern
- Verpackungsform nach Arbeitsablauf und Lagerplatz wählen
- Verbrauch pro Monat abschätzen und Verpackungseinheit des Lieferanten beachten
- Bei einem Wechsel des Spitzenfabrikats eine Probelieferung im eigenen Ablauf testen
Passende Kategorien
Häufige Fragen
Was ist eine Filterspitze?
Eine Filterspitze enthält eine Barriere, die das Eindringen von Aerosolen und Flüssigkeit in die Pipette verringert. Sie schützt Pipette und Proben vor Verschleppung.
Sind Pipettenspitzen wiederverwendbar?
Pipettenspitzen sind in der Regel Einwegartikel. Maßgeblich sind die Angaben des Herstellers und die Arbeitsanweisungen Ihres Labors.
Passen Universalspitzen auf jede Pipette?
Nein, Universalspitzen passen auf die Pipetten mehrerer, aber nicht aller Marken. Die Kompatibilitätsliste des Anbieters zeigt, welche Modelle abgedeckt sind.
Welche Spitze passt zu welchem Volumen?
Wählen Sie die Spitze, die der Pipettenhersteller für den Volumenbereich Ihrer Pipette angibt. Eine zu große oder zu kleine Spitze verschlechtert die Genauigkeit.
Was bedeutet „Low Retention“?
Low-Retention-Spitzen haben eine besonders glatte Innenfläche, an der weniger Flüssigkeit haften bleibt. Sie werden häufig für viskose oder detergenzhaltige Lösungen eingesetzt.
Entdecken Sie das Sortiment etablierter Lieferanten in der Kategorie Pipetten und Pipettenspitzen. Sie suchen eine bestimmte Spitze für Ihr Pipettenmodell? Senden Sie uns eine Produktanfrage. Wir liefern nach Deutschland, Österreich und in die Schweiz.
Tags
- Teilen:
- Share on LinkedIn
- Messenger