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Sterilisation und Instrumentenaufbereitung: Was Praxen brauchen

  • 4 min Lesezeit

Für die Instrumentenaufbereitung in der Praxis benötigen Sie Produkte für vier Schritte: Reinigung, Desinfektion, Verpackung und Sterilisation, ergänzt durch Indikatoren und Dokumentation. Welche Schritte ein Instrument durchlaufen muss, richtet sich nach seiner Risikoeinstufung gemäß der gemeinsamen Empfehlung von KRINKO und BfArM sowie nach den Aufbereitungsangaben des Herstellers.

Risikoeinstufung: Was muss wie aufbereitet werden?

Die gemeinsame Empfehlung der Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention (KRINKO) und des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) zur Aufbereitung von Medizinprodukten ordnet Instrumente nach ihrer Anwendung in Risikogruppen ein. Diese Einstufung bestimmt, welche Aufbereitungsschritte und damit welche Ausstattung Sie brauchen. Die Einstufung nimmt die Praxis als Betreiber selbst vor, in der Regel mit Unterstützung der Hygienebeauftragten.

Risikogruppe Art des Kontakts Übliche Aufbereitungsschritte
Unkritisch Nur Kontakt mit intakter Haut Reinigung und Desinfektion
Semikritisch Kontakt mit Schleimhaut oder krankhaft veränderter Haut Reinigung und Desinfektion, je nach Einstufung zusätzlich Sterilisation
Kritisch Durchdringung von Haut oder Schleimhaut, Kontakt mit Blut Reinigung, Desinfektion und Sterilisation

Semikritische und kritische Produkte werden zusätzlich in Untergruppen eingeteilt, je nachdem wie anspruchsvoll die Aufbereitung ist, etwa bei Hohlräumen, Gelenken oder schwer zugänglichen Oberflächen. Je höher die Gruppe, desto höher die Anforderungen an Verfahren, Ausstattung und Sachkunde des Personals.

Reinigung, Desinfektion und Pflege

Die Aufbereitung beginnt direkt nach der Anwendung. Für die manuelle Aufbereitung brauchen Sie Instrumentendesinfektionsmittel, eine Instrumentenwanne mit Siebeinsatz aus der Kategorie Instrumentenschalen und Behälter sowie Reinigungsbürsten in passenden Größen. Beim Einkauf zählen diese Punkte:

  • Präparate, die in der VAH-Liste für die Instrumentendesinfektion geführt sind
  • Konzentrat mit Dosierhilfe oder gebrauchsfertige Lösung, passend zu Ihrem Ablauf
  • Standzeit der angesetzten Lösung laut Hersteller
  • Materialverträglichkeit mit Ihren Instrumenten laut Herstellerangabe

Maschinelle Verfahren mit einem Reinigungs- und Desinfektionsgerät (RDG) lassen sich gut standardisieren und validieren, die KRINKO-BfArM-Empfehlung gibt ihnen grundsätzlich den Vorzug. Nach der Reinigung werden Gelenkinstrumente gepflegt. Produkte dafür finden Sie unter Instrumentenpflege. Achten Sie darauf, dass das Pflegemittel laut Hersteller für das anschließende Sterilisationsverfahren geeignet ist.

Verpackung: das Sterilbarrieresystem

Instrumente, die steril angewendet werden, verpacken Sie vor der Sterilisation. Übliche Varianten sind Klarsichtbeutel und Klarsichtschläuche aus Papier und Folie, Sterilisationsvlies und Sterilisationspapier sowie wiederverwendbare Sterilisationscontainer. Eine Auswahl finden Sie in der Kategorie Sterilisationsverpackung und Container. Die Anforderungen an Verpackungen für endsterilisierte Medizinprodukte beschreibt die Normenreihe DIN EN ISO 11607.

  • Eignung der Verpackung für Ihr Sterilisationsverfahren laut Herstellerangabe
  • Selbstklebende Beutel oder Siegelbeutel, bei Siegelbeuteln ein passendes Siegelgerät
  • Formate passend zu Einzelinstrumenten, Sets und Sieben
  • Aufgedruckter Prozessindikator, der zeigt, dass die Verpackung den Prozess durchlaufen hat

Sterilisation: Autoklav oder Heißluft?

In Praxen ist die Dampfsterilisation im Autoklav das gebräuchliche Verfahren. Dampf-Kleinsterilisatoren werden nach DIN EN 13060 in die Klassen B, N und S eingeteilt. Klasse B ist für verpackte und unverpackte Beladungen einschließlich Hohlkörpern vorgesehen, Klasse N nur für unverpackte massive Produkte. Klasse S deckt die Beladungen ab, die der Hersteller ausdrücklich angibt.

Heißluftsterilisatoren arbeiten mit trockener Hitze. Prüfen Sie vor dem Kauf, ob das Verfahren für Ihre Instrumente und Verpackungen vom jeweiligen Hersteller freigegeben ist und ob es den Vorgaben Ihres Hygieneplans entspricht. Eine Gesamtübersicht bietet die Kategorie Sterilisation. Planen Sie bei jedem Gerät Aufstellung, Validierung und regelmäßige Wartung von Anfang an ein.

Indikatoren und Dokumentation

Die Medizinprodukte-Betreiberverordnung verlangt, dass die Aufbereitung mit geeigneten, validierten Verfahren erfolgt und der Erfolg nachvollziehbar ist. Für den Einkauf bedeutet das:

  • Chemische Indikatoren nach DIN EN ISO 11140-1, zum Beispiel Prozessindikatoren auf Verpackungen
  • Prüfkörper für den Nachweis der Dampfdurchdringung, etwa Bowie-Dick-Test oder Helix-Test, je nach Gerät
  • Bioindikatoren, sofern Ihr Hygieneplan sie vorsieht
  • Etiketten für Chargennummer, Sterilisationsdatum und Freigabe
  • Ein Dokumentationssystem auf Papier oder per Software, häufig direkt an das Gerät angebunden

Checkliste für den Einkauf

  • Risikoeinstufung aller Instrumente mit der Hygienebeauftragten geklärt
  • Instrumentendesinfektion aus der VAH-Liste, Instrumentenwanne und Bürsten
  • Pflegemittel, das zum Sterilisationsverfahren passt
  • Sterilgutverpackung in passenden Größen, bei Bedarf Siegelgerät
  • Sterilisator passend zur Beladung, inklusive Validierung und Wartung
  • Indikatoren, Prüfkörper, Etiketten und Dokumentation
  • Schutzhandschuhe für die Aufbereitung aus der Kategorie Handschuhe und Masken
  • Prüfen, ob Einweginstrumente für selten genutzte Instrumente den Aufwand verringern

Dieser Beitrag dient der Orientierung beim Einkauf und ersetzt keine Hygieneberatung.

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Häufige Fragen

Welche Sterilisatorklasse brauche ich für die Praxis?

Das hängt von Ihrer Beladung ab. Für verpackte Instrumente und Hohlkörper ist nach DIN EN 13060 ein Gerät der Klasse B vorgesehen, die Entscheidung treffen Sie gemeinsam mit Ihrer Hygieneberatung und nach Herstellerangaben.

Welche Sterilgutverpackung ist die richtige?

Klarsichtbeutel und Klarsichtschläuche sind für einzelne Instrumente verbreitet, Container und Vlies für Siebe und Sets. Entscheidend ist, dass Verpackung und Sterilisationsverfahren laut Hersteller zusammenpassen.

Wer legt die Risikoeinstufung der Instrumente fest?

Die Praxis als Betreiber, in der Regel unterstützt durch die Hygienebeauftragte oder eine externe Hygieneberatung. Grundlage sind die KRINKO-BfArM-Empfehlung und die Aufbereitungsangaben des Herstellers.

Wie lange ist verpacktes Sterilgut lagerfähig?

Die Lagerdauer hängt von Verpackung und Lagerbedingungen ab. Legen Sie sie in Ihrem Hygieneplan fest und beachten Sie die Angaben des Verpackungsherstellers.

Lohnen sich Einweginstrumente statt Aufbereitung?

Für viele Standardinstrumente gibt es Einwegvarianten. Ob sich das lohnt, hängt von Nutzungshäufigkeit, Lagerplatz und Ihren internen Abläufen ab.

Stellen Sie Ihre Ausstattung für die Instrumentenaufbereitung in der Kategorie Sterilisation zusammen. Suchen Sie ein bestimmtes Gerät oder Zubehör, das nicht gelistet ist, senden Sie uns eine Produktanfrage.

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